Endlich haben wir wieder einen Pfarrer

Jörg Beißwenger ist neuer Pfarrer in den evangelischen Gemeinden Eybach und Stötten. Am Sonntag wurde er in der Eybacher Christuskirche von Dekanin Gerlinde Hühn in sein Amt eingeführt.

Mit der Amtseinsetzung von Jörg Beißwenger geht eine lange Vakaturzeit in den Gemeinden Eybach und Stötten zu Ende. Seit Sommer 2001 war die Pfarrstelle in diesen Geislinger Gemeinden nicht mehr kontinuierlich besetzt.

Dass sich nach nunmehr zehn Jahren jemand gefunden habe, sei "ein kleines Wunder", sagte Dekanin Gerlinde Hühn in ihrer Ansprache bei der Investitur von Beißwenger im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes in der Eybacher Christuskirche.

"Jetzt kann endlich wieder langfristig und mit Perspektive gearbeitet werden", freute sie sich. Mit Jörg Beißwenger, der nächstes Jahr 50 Jahre alt wird, bekämen Eybach und Stötten einen Pfarrer mit Erfahrung, der schon an verschiedenen Stationen gewirkt habe, sagte die Dekanin weiter. "Mit dem Alter wird man tolerant", habe Beißwenger in einem Gespräch mit ihr geäußert. "Sich selbst und anderen gegenüber."

Besonders wolle der Pfarrer dazu beitragen, dass an seiner neuen Wirkungsstätte Beziehungen entstünden - zwischen ihm und der Gemeinde, aber auch unter den Gemeindemitgliedern.

Im Anschluss stellte sich Beißwenger selbst der Gemeinde vor. Geboren wurde der 49-Jährige 1962 in Stuttgart, wo er auch aufwuchs und zur Schule ging. Durch seine kirchliche Jugendarbeit kam er schließlich zum Theologiestudium, das er in Erlangen, Oslo - wo er auch seine erste Frau kennenlernte - und Tübingen absolvierte. Nach seinem Vikariat in der Tübinger Südstadt zog er nach Norwegen. 1999 kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Nach zwei Jahren im Kirchenbezirk Calw wirkte er neun Jahre lang in Möttlingen, einem Teilort von Bad Liebenzell. Nun ist er mit seinen beiden Töchtern und seiner zweiten Frau, die den Gottesdienst auf der Orgel begleitete, ins Eybacher Pfarrhaus eingezogen.

"Eine Gemeinde soll wie ein Organismus funktionieren", beschrieb Beißwenger seine Vorstellung von einer idealen Kirchengemeinde. "Die Menschen sollen gemeinsam am großen Ganzen mitarbeiten." Seine ehemalige Gemeinde in Möttlingen ließ ihren Pfarrer nur ungern ziehen. "Es tut uns leid, dass er gegangen ist", sagte der Erste Vorsitzende des Möttlinger Kirchengemeinderats, Georg Wentzel, der bei der Investitur als Zeuge mitwirkte. "Besonders auch den jungen Leuten", betonte er. Jörg Beißwenger habe in der kleinen Schwarzwaldgemeinde große Wertschätzung genossen. Möttlingens Verlust ist für Eybach und Stötten ein Gewinn.

"Endlich hat die lange Vakaturzeit ein Ende", fasste der Eybacher Kirchengemeinderat Max Paulus seine Freude über Beißwengers Amtsantritt zusammen. "Endlich dürfen wir wieder einen Pfarrer haben."

 

Quelle: Geislinger Zeitung vom 07.11.2011